Biographische Notizen

Das Herz des Menschen hat viele Kammern:
Eine für die Familie
eine für die Liebe
eine für den Werdegang und
eine für die Freundschaft.
Erst aber, wenn alle vier gefüllt sind,
ist das Herz zufrieden.

Vom Arlberg in die weite Welt ….
Kindheit & Jugend: aufgewachsen in Klösterle am Arlberg - knapp an der Wiege des Schilaufes; ein Dorf mit 600 Einwohnern; Jungschar, Schriftführerin im Schiverein, Schilehrerin, 1 monatiger Aufenthalt in London nach Abschluss der Handelsschule in Bludenz, 4jährige Arbeitspraxis als Sachbearbeiterin Verkauf Inland in einem Betrieb der Textil- und Kunstlederproduktion in Bürs bei Bludenz; Ver- und Entlobung; ohne Mann und Matura ist Frau am Land „Mensch 2./3. Klasse“; erster Berlinaufenthalt – 1 Woche Studentenleben miterlebt – erstmals eine Parallelwelt kennengelernt. Impulse zum Aufbruch zu neuen Ufern wurden verstärkt: Sehnsucht nach Wissen, Autonomie, Freiheit, Emanzipation. Enge eines Dorfes überwinden als Triebfeder für „a bissl was riskieren“ (Georg Danzer); zweiter Bildungsweg mit einem Minimalstipendium: Aufbaulehrgang mit Maturaabschluss = Schlüssel zur Universität; Sommer 1983: 6 Wochen Au-pair bei zwei französischen Familien in Korsika gemeinsam mit meiner Schwester Eva-Maria; Sommer 1984: 3 monatige USA-Kanada-Rundreise mit meiner Schweizer Freundin Margot Braun: From N.Y.C to L. A., Weite, Weltbürgerin, High-Way 66, life is life

Studium & Reisen: Ortswechsel in die Universitätsstadt Innsbruck, Stadt- und Studentenleben, Leben im Dazwischen: Stadt & Dorf, Studieren & Arbeiten, Freiheit & finanzielle Eingeschränktheit; Persönlichkeitsentwicklung & fachliche Qualifizierung/Rollenentwicklung zur Wirtschaftspädagogin; Jobben im Gastgewerbe bzw. Tourismus im Sommer u.a. Frankreichaquisereise mit Brigitte Pregenzer, Schilehrerin im Winter, mehrere Berlinaufenthalte; Studium der BWL, Soziologie, Politikwissenschaften, Wirtschaft & Pädagogik, Schulpraktikum in Wörgl, Betriebspädagogik als Wahlfach, Diplomarbeit zu Personal- und Organisationsentwicklung bei der Firma Collini Ges.m.b.H & Co in Hohenems, Vorarlberg.
1989: 3 monatige Australien-Neuseeland-Hongkong-Reise allein: Melbourne, Adelaide, Ayers Rock, Alice Springs, Sydney, Cairns, Canberra, Melbourne, Aukland, Hamilton, Te Aroha, Rotorua, Hongkong; allein auf dem Uluru dem starken Wind stand haltend, eröffnete sich mir die unendlich große Weite und Leere dieser Welt – ein Bild, das mich immer wieder stimuliert, mit Energie versorgt, wenn’s eng wird, ums Herz sowohl im Privaten als auch im Beruflichen und darüberhinaus. In einer Strukturaufstellung zu den vier dialogischen Grundprinzipien, stellte sich dieses Bild für Weite und Leere (im Sinne von Vieles hat Platz und Raum) als Symbol für Empathie (Liebe) ein.

Forschen & Lehren & Arbeiten & Leben & Lieben: Hauptwohnsitz in Innsbruck; zweiter Berufseinstieg als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Organisation & Lernen (vormals Personalentwicklung & Wirtschaftspädagogik); Aktionsforscherin, Kommunikationsberaterin, Schulentwicklerin, Betriebspädagogin (Dissertation);

1994: Heirat mit Stefan Salzgeber geb. Gorbach
1994: Geburt meiner Tochter Hannah 25.10.94
1996: Geburt meiner Tochter Sarah 24.9.96
1998: Geburt meines Sohnes Jakob 12.10.98

Das Leben als Wissenschaftlerin, Universitätsmitarbeiterin, Ehefrau & Mutter – ziemlich anspruchsvoll und herausfordernd bis überfordernd in der Gleichzeitigkeit mit Qualifizierungsrucksack (Dissertation & Habilitation). Ein Verständnis für Parallelwelten (professionelle community, private community) und praktisches Erleben von Exponentialität (3 Kinder, Beruf & Qualifizierungsdruck) sowie totaler Einschränkung persönlicher Freiheit wächst.
2003 entschied ich mich als freiberufliche Trainerin, Lehrbeauftragte und Beraterin mein Arbeitspensum so radikal zu reduzieren, wohl zu dosieren und halbwegs selbst zu bestimmen, damit Vereinbarkeit von Beruf & Familie ganzheitlich lebbar wurde. Entscheidend dazu beigetragen hat mein Mann Stefan, der nicht nur „halbe/halbe“ übernommen hat, sondern auch voll und ganz und mit hoher Verlässlichkeit die Beziehungsarbeit in allen Dimensionen (auch zu den Herkunftsfamilien) mitgetragen und –gestaltet hat. Mit meinem Ausscheiden aus der Uni habe ich den Qualifizierungsdruck abgelegt; geblieben ist als Freiberuflerin der Aquisedruck.

Unternehmerin & senior scientist: Seit 2008 bin ich als selbständige Organisationsberaterin tätig: Ich arbeite gerne selbst, frei und willig, aber nicht ständig! Die Freiheit, die eigenen Grenzen zu achten und zu beachten, ist ein hohes Gut (geworden). Ein noch andauerndes Projekt mit immenser Herausforderung und wesentliche Erkenntnis aus einer krisenhaften Auseinandersetzung mit dem Spagat Vereinbarkeit von Beruf & Familie & Qualifizierungsdruck. Ein radikaler Rückzug aus der Beruflichkeit zugunsten der eigenen „Rehumanisierung“, der Kinder und eines Familienlebens das seinen Namen verdient, wurde Not wendend. Denn die 4 Kammern meines Herzens waren nicht mehr ausbalanciert. Diese Notsituation beflügelte meine Neugier und Reflexionsfähigkeit immens und eröffnete mir ganz neue Wege, Erfahrungen und Einsichten. Mein persönliches, aktives und forschendes Weiterlernen führte 2015 nochmals zurück an die Universität; diesmal an die School of Education an der Universität Salzburg in das Forschungs- und Fortbildungsprojekt „selbststeuernlernen“ in Kooperation mit der COOL-Lehrer_inneninitiative. Die Arbeit als senior scientist ermöglichte mir nochmals ein tiefes Eintauchen in persönlichkeits- und motivationspsychologische Grundlagen mit dem Blick auf ein dazu passendes Testinstrumentarium. In der Auseinandersetzung zur Codierung, Auswertung und Interpretation eines multidimensionalen Testinstruments immer in Bezug mit der dahinterstehenden Theorie (die PSI-Theorie von Julius Kuhl) dazu, in einer kleinen Forschungsgruppe und gleichzeitiges Anwenden dieser Theorie und Testinstrumente im Feld (Lehrer_innen/Schulführungskräftefortbildung) und im Teamteaching mit meinem Kollegen Franz, machte für mich praktisch, was immer meine Vision war: „Es gibt nichts Praktischeres, wie eine gute Theorie“ (Kurt Lewin). Also das Theorie/Praxis-Dilemma zu transformieren und es am eigenen Leib integrativ wirkend zu erleben. Die Selbsterfahrung dabei mit der Lern- und Lehrerfahrung gleichzeitig professionell & menschlich zu bewältigen sowie resilient zu bleiben forderte mich nochmals immens heraus.

Die intensive lesende und forschende Auseinandersetzung mit dem zentralen Aspekt der Selbstsorge für einen guten Selbstzugang (Empathie & Impathie als reife Erwachsenenkompetenz) führte auch zu neuen Angeboten mit dem Konzept der „Selbststeuerungskompetenz“ und „Selbstführungskompetenz“, denn Julius Kuhl meint, „die Frage der Potentialentfaltung eines Menschen ist nicht nur eine Frage der Intelligenz, sondern auch eine Frage der Selbststeuerung. In welche weiteren „Gefielde“ von Arbeiten und lebenslangem Lernen mich das noch führt, ist eine mich tragende Frage geblieben und erfüllt mich mit Neugier und Offenheit, für das was noch kommt. Authentisch und kontextsensibel zu handeln – in allen Lebenslagen, ob privat (1.) und professionell (2.) – ist ein schönes Ziel und Aufgabe, um gut alt zu werden.